ÜBER MICH
Mehr Verbundenheit. Weniger Einsamkeit.
Verbundenheit gibt unserem Leben Tiefe und Bedeutung. Wenn wir verstehen und annehmen, was in uns vorgeht, können wir mehr wir selbst sein. Wenn wir uns damit zeigen und anderen offen begegnen, entstehen Beziehungen, in denen wir uns gesehen, gehört und weniger allein fühlen.
Ich glaube, dass genau darin ein wesentlicher Teil unserer Lebensqualität liegt: uns selbst nah zu sein und mit anderen wirklich verbunden zu sein.
VERBUNDENHEIT
Verbundenheit bedeutet nicht Harmonie. Wir müssen nicht immer dasselbe fühlen, einer Meinung sein oder jeden Konflikt lösen können.
Zwischen zwei Menschen dürfen Unterschiede bestehen. Verbundenheit entsteht, wenn beide zeigen können, was sie fühlen, brauchen und wichtig finden – und versuchen, die Erfahrung des anderen zu verstehen. So können wir unterschiedlich empfinden und einander dennoch nah bleiben.
Auch in uns selbst können unterschiedliche Gefühle und Bedürfnisse gleichzeitig bestehen. Wir können uns Nähe wünschen und trotzdem Rückzug brauchen. Wir können einen Menschen lieben und zugleich wütend auf ihn sein. Mit uns selbst verbunden zu sein bedeutet, diese Widersprüche wahrzunehmen, zu verstehen und anzunehmen, statt einen Teil davon zu verdrängen oder abzuwerten.
Verstehen und akzeptieren, was in mir geschieht
Mit uns selbst verbunden zu sein bedeutet, wahrzunehmen, was in uns geschieht: Welche Gefühle sind da? Was hat sie ausgelöst? Worauf möchten sie uns aufmerksam machen? Welche Bedürfnisse, Werte oder Grenzen werden darin sichtbar?
Dabei müssen wir nicht jedes Gefühl sofort erklären können. Manchmal spüren wir zunächst nur eine innere Unruhe, Anspannung oder Unzufriedenheit. Wenn wir uns dem zuwenden, kann allmählich deutlicher werden, was dahinterliegt: Vielleicht sind wir verletzt, weil uns etwas wichtig war. Wütend, weil eine Grenze überschritten wurde. Oder unsicher, weil wir nicht wissen, was eine Veränderung für uns bedeutet.
Selbstverbundenheit heißt, diese Gefühle und Bedürfnisse anzuerkennen, statt sie abzuwerten oder zu unterdrücken. Jedes Gefühl darf da sein – aber nicht jede daraus entstehende Handlung ist hilfreich. Wenn wir verstehen, was in uns geschieht, können wir bewusster entscheiden, wie wir damit umgehen möchten.
Dazu gehört Selbstmitgefühl: unsere Gefühle und Bedürfnisse ernst zu nehmen und uns in schwierigen Momenten nicht zusätzlich dafür zu verurteilen. So können wir Entscheidungen treffen, die zu unseren Werten passen, und für unsere Bedürfnisse und Grenzen Verantwortung übernehmen.
Mich zeigen und verstehen wollen, was in dir geschieht.
Verbundenheit zwischen zwei Menschen entsteht, wenn wir etwas von unserer inneren Welt zeigen können und uns damit gesehen, gehört und wertgeschätzt fühlen.
Dafür braucht es Verletzlichkeit: den Mut, unsere Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche und Ängste sichtbar zu machen, obwohl wir nicht kontrollieren können, wie unser Gegenüber darauf reagieren wird. Statt nur zu kritisieren, können wir zeigen, was uns verletzt. Statt uns zurückzuziehen, können wir benennen, wovor wir Angst haben oder wonach wir uns sehnen.
Gleichzeitig braucht Verbundenheit Empathie. Das bedeutet, neugierig darauf zu bleiben, was im anderen vorgeht, statt seine Gefühle abzulehnen, zu bewerten oder verändern zu wollen. Was fühlt dieser Mensch? Was ist ihm wichtig? Welche Angst, welches Bedürfnis oder welcher Wunsch könnte sich hinter seiner Reaktion verbergen?
Verständnis bedeutet dabei nicht Zustimmung. Wir können nachvollziehen, warum jemand etwas fühlt, ohne jedes daraus entstehende Verhalten gutzuheißen. Beide dürfen unterschiedliche Bedürfnisse, Werte und Grenzen haben. Verbundenheit entsteht nicht dadurch, dass diese Unterschiede verschwinden, sondern dadurch, dass wir einander darin erkennen und ernst nehmen.
Warum Verbundenheit heute besonders wichtig ist
Wir sind heute beinahe ständig erreichbar – und fühlen uns trotzdem oft allein. Die ganze Welt ist jederzeit verfügbar: von der Couch, der Parkbank oder vom Flugzeug aus. Das eröffnet wunderbare Möglichkeiten für Austausch, Gemeinschaft und Beziehungen über große Entfernungen hinweg.
Gleichzeitig ist es leichter geworden, unangenehmen Begegnungen auszuweichen. Eine Nachricht kann unbeantwortet bleiben, ein Kontakt beendet und der nächste Mensch mit einer Bewegung über den Bildschirm gefunden werden. Rückzug ist jederzeit möglich – das Austragen von Unterschieden dagegen nicht immer selbstverständlich.
01
Nähe entsteht nicht nur in den leichten Momenten.
Wer wie ich in den Neunzigerjahren oder früher aufgewachsen ist, erinnert sich an eine weitgehend analoge Welt. Die Menschen im direkten Umfeld waren nicht einfach austauschbar. Wenn es schwierig wurde, musste man sich häufig weiter begegnen, miteinander sprechen und Konflikte irgendwie austragen.
Das war nicht automatisch besser. Doch tiefe Beziehungen entstehen nicht dadurch, dass es niemals schwierig wird. Sie entwickeln sich, wenn Menschen lernen, auch bei Irritationen, Enttäuschungen und Unterschieden im Kontakt zu bleiben.
Das bedeutet nicht, jede Beziehung um jeden Preis festzuhalten. Manchmal ist es richtig, loszulassen oder eine klare Grenze zu ziehen. Manchmal lohnt es sich aber auch, noch einmal genauer hinzusehen und einander wirklich zuzuhören.
02
Wo ist unser Dorf?
Spätestens seit ich selbst Kinder habe, höre ich immer wieder denselben Wunsch: „Ich hätte gern dieses Dorf, von dem alle sprechen.“
Es heißt, es brauche ein Dorf, um ein Kind großzuziehen. Aber ein solches Dorf ist nicht einfach da. Es entsteht aus Beziehungen, die wachsen dürfen: aus gemeinsam verbrachter Zeit, gegenseitiger Unterstützung und Verlässlichkeit – aber auch daraus, Missverständnisse anzusprechen, Grenzen auszuhandeln und nach Konflikten wieder aufeinander zuzugehen.
Dieser Wunsch betrifft nicht nur Eltern. Ob mit Kindern oder ohne: Wünschen wir uns nicht alle Menschen, bei denen wir uns gesehen, verstanden und gemocht fühlen – nicht nur für das, was wir leisten oder nach außen zeigen, sondern für das, was wir wirklich sind?
Ich glaube, dass wir weniger einsam und erfüllter leben, wenn wir uns selbst besser verstehen, uns zeigen können, wie wir sind, und anderen mit Offenheit begegnen. Genau deshalb steht Verbundenheit im Mittelpunkt meiner Arbeit.
In verschiedenen Lebenswelten zu Hause.
- Russland
- Deutschland
- Niederlande
- Belgien
- Heute bei München
Meine eigene Biografie führt durch verschiedene Länder, Sprachen und kulturelle Lebenswelten. Ich wurde in Russland geboren und kam als kleines Kind nach Deutschland. Für mein Studium zog es mich später in die Niederlande, nach München und schließlich für meine Promotion nach Belgien.
Mit jedem neuen Umfeld veränderten sich die unausgesprochenen Regeln: wie Menschen miteinander umgehen, was als normal gilt, wie Nähe gezeigt wird und welche Erwartungen an Beziehungen, Familie oder das eigene Leben gestellt werden. Dadurch wurde es für mich selbstverständlich, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und vermeintliche Gewissheiten zu hinterfragen.
Heute lebe ich mit meinem australischen Mann und unseren zwei Kindern bei München. Auch unser Familienalltag ist von mehreren Sprachen und kulturellen Prägungen begleitet. Dabei erlebe ich immer wieder, dass Unterschiede nicht zwangsläufig trennen müssen. Sie können uns neugierig machen, Gespräche eröffnen und den Blick auf Möglichkeiten lenken, die aus nur einer Perspektive vielleicht unsichtbar geblieben wären.
Diese verschiedenen Lebenswelten haben mein Verständnis dafür geschärft, wie sehr unsere Herkunft, unsere Beziehungen und unser Umfeld prägen, was wir für selbstverständlich halten. Sie haben mir zugleich gezeigt, wie unterschiedlich ein stimmiges Leben und eine stimmige Beziehung aussehen können.
Deshalb interessiert mich nicht, ob ein Mensch oder ein Paar einem bestimmten Ideal entspricht. Mich interessiert, was zu den beteiligten Menschen passt – und wie ein Leben oder eine Beziehung entstehen kann, in der sie sich selbst wiedererkennen.
Von der psychologischen Forschung zur Beratungspraxis.
Universität Groningen, Niederlande
Ludwig-Maximilians-Universität München
Universität Gent, Belgien
Bildungswerk für therapeutische Berufe
IFW München
Life Lessons
HINWEIS ZU MEINEM ANGEBOT
Psychologische Beratung und Paartberatung sind keine Psychotherapie.
Mein Angebot umfasst psychologische Beratung und Paarberatung bei persönlichen und partnerschaftlichen Anliegen. Es dient der Klärung, Orientierung und persönlichen Weiterentwicklung.
Es stellt keine Psychotherapie oder medizinische Behandlung dar und umfasst weder die Diagnostik noch die Behandlung psychischer Erkrankungen. Bei entsprechenden Beschwerden wende dich bitte an eine ärztliche oder psychotherapeutische Fachperson. Eine begleitende Beratung kann nach vorheriger Absprache ergänzend möglich sein.
